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Visperterminen

Visperterminen

LAUDATIO RAIFFEISENPREIS 2006
PREISTRÄGER STIFTUNG ’CHINDERWÄLT’ VISPERTERMINEN

 

Entleerte Dorfkerne

Vielerorts bilden die Dorfkerne mit ihren in traditioneller Bauweise erstellten Gebäuden und mit ihren Plätzen und Gassen nach wie vor die heimlichen Zentren der Dörfer. Die Plätze und Gebäude dienen als Bühne und Kulisse für kirchliche und weltliche Anlässe. Doch was belebt diese Dorfteile in der Zeit zwischen festlichen Anlässen?

Die Landwirtschaft verschwindet aus den alten Dorfteilen, weicht an die Ortsränder. Der Vollerwerbsbauer wird vom Freizeit- und Hobbybauer abgelöst. Neubauten an der Peripherie und die schleichende Abwanderung entvölkern die Dorfkerne immer mehr.

Was bleibt zurück: Gebäude mit unübersichtlichen Eigentumsverhältnissen und Gebäude, welche mangels Nutzung dem Zerfall preisgegeben werden. Lehre Gassen, ein Quartier mit ein paar wenigen Bewohnern.

 

Der Preisträger

Die Stiftung ’Chinderwält’ leistet mit der Umsetzung des Projektes Haus ’Chinderwält’ einen wertvollen Beitrag der genannten Strömung entgegen zu treten. Werden vielerorts die Gebäude saniert und einer temporären Nutzung zugeführt, wird mit dem realisierten Umbau der Dorfteil im Herrenviertel neu belebt. Durch eine fachgerechte Sanierung wird der bestehenden Stall / Scheune eine einmalige, ganz dem Kinde angepasste, dynamische Welt einverleibt. Dies im Kontrast zu seiner Umgebung, welche eingebettet im alten Dorfkern, seit mehreren Jahrhunderten Zeit und Wetter trotzt.

Dass dadurch Kinder und Jugendliche den alten Dorfteil und seinen Charakter erleben und beleben, dass neue soziale Kontakte zu den Bewohnern um den Platz im Herrenviertel entstehen, dass Begleitpersonen einen Treffpunkt und Aufenthaltsraum erhalten sollen, zeigt auf, über welches Potential das Projekt in unserem gesellschaftlichen Umfeld und spezifisch für die Standortgemeinde Visperterminen verfügt.

Die Stiftung realisierte mit dem Umbau der Stall / Scheune im Herrenviertel ein grundlegend wichtiges Projekt um Ihren Zielvorgaben und Visionen näher zu kommen.

Die Vision, bestehende Zentren für das Kind im Oberwallis zu vernetzen und ein spezifisches Angebot mit Modellcharakter für Kinder und Jugendliche zu realisieren ist mehr als Ambition und Anspruch.

 

Wir hoffen, die Realisation des Haus ’Chinderwält’ ist sowohl für die Stiftung ein wichtiger Meilenstein, ihre Ideale und Ziele kontinuierlich weiterzuverfolgen, als soll das Beispiel über die Region hinaus stehen für die innovative Umsetzung einer Vision.

Der Oberwalliser Heimatschutz gratuliert der Stiftung ’Chinderwält’ für dieses erreichte Etappenziel und wünschen weitere Ideen und Einfälle, damit noch mehr Kinderaugen leuchten werden.

Visp, 23. November 2006 Troger Klaus, dipl.arch. htl / OHS

 

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