Blatten
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Walliser Bote, Montag, 8. Oktober 1997"Baltten im Lötschental ist Preisträger 1997"
Raiffeisenpreis Heimatschutz Oberwallis
Blatten. - eing.)Bereits im Sommer informierte der Vorstand des Oberwalliser Heimatschutzes die Öffentlichkeit über den neuen Preis (WB vom 14. Juli 1997). Dieser wird vom Verband der Oberwalliser Raiffeisenbanken gestiftet; wie Präsident Josef Fux (St Niklaus) erklärt, ist die jährliche Auszeichnung Bestandteil eines regionalen Kulturengagements der Raiffeisenbanken. Inzwischen wurde vom Vorstand des Heimatschutzes aus den eingebrachten Kandidaten der Preisträger 1997 ermittelt Die Übergabe findet an diesem Samstag (11. Oktober) statt.
Kurzporträt des Preisträgers 1997
Der diesjährige Preis wird Blatten im Lötschental zugesprochen. Seit dem Umbruch der 50er Jahre lebt das Dorf immer weniger von der Landwirtschaft, immer mehr vom Tourismus, dem damit verbundenen Gewerbe und von der Bereitschaft der Tages- und Wochenpendler, nach der Arbeit den Weg nach Hause auf sich zu nehmen. Der wirtschaftliche Wandel schlug sich im Dorfbild nieder: Ältere Gebäude standen teils leer, zerfielen, während rund um das Dorf neue Häuser entstanden - ein Vorgang, wie wir ihn auch anderenorts kennen.
Dass es durch den Zerfall und Umnutzung alter Bausubstanz und beim Bau moderner Gebäude auch zu unumstrittenen Fällen kam, ist in Blatten und Umgebung ebenso sichtbar wie in anderen Gemeinden. Beeindruckt hat den Vorstand des Heimatschutzes jedoch, dass sich im obersten Lötschentaler Dorf Burger- und Munizipalgemeinde seit einigen Jahren erfolgreich für die «traditionelle» Bausubstanz einsetzen. Nicht nur im Dorf, sondern auch in den Weilern und in der umgehenden Landschaft werden Gebäude, sogar ganze Ensembles renoviert. Am bekanntesten ist wohl das Engagement für die Siedlung Kühmatt wo die Ställe, Scheunen und Winterstuben teilweise dem Zerfall nahe waren. Den Bemühungen von Behörden wie Privaten ist es zu verdanken, dass hier anstelle der andernorts sichtbaren Ruinen heute ein intaktes Stalldorf steht, das mit seiner Wallfahrtskapelle über das Tal hinaus Bedeutung erlangt.
Weitere Arbeiten stehen bevor, in erster Linie ist es das Gebäude mit der Säge, Walke und Mühle sowie die Neugestaltung des Dorfplatzes. Auch in den Weilern Eisten, Ried und Weissenried warten Aufgaben. Bei den bereits realisierten Projekten ist zu vermerken, dass man sich nicht einfach mit einer Renovation begnügte und die Gebäude als zwar schöne, aber funktionslose "Hüllen" stehen liess, sondern sie auch nutzt. So finden sich z.B. die Männer des Dorfes mehrmals jährlich zum Brotbacken im renovierten Backofen zusammen.
GV und Preisverleihung
Das gemeinsam Erreichte auszuzeichnen und zur Inangriffnahme der anstehenden Vorhaben zu ermutigen, ist die Idee des Heimatschutzes. Die Übergabe ,findet an diesem Samstag vormittag im Burgerhaus Blatten statt. Die Bevölkerung und' interessierte Gäste sind herzlich eingeladen - man/frau braucht dazu nicht Mitglied des Heimatschutzes zu sein, darf es aber gerne werden, wie Präsident Walter Reinhard mit einem Augenzwinkern erklärt Die ordentliche Generalversammlung des Heimatschutzes beginnt um 09.15 Uhr; die Verleihung des Raiffeisenpreises Heimatschutz Oberwallis ist auf 10.15 Uhr angesetzt. Nach dem anschliessenden Apéro und dem Mittagessen bietet sich um 14.00 Uhr die Möglichkeit, unter kundiger Führung einige Objekte zu besichtigen.
Artikel lesen: Walliser Bote, Montag, 13. Oktober 1997